"Machen Sie auch Horoskope?"

Andrea Moutty • 1. September 2026

Diese Frage wird mir tatsächlich erstaunlich oft gestellt.

Und ich gebe zu: Sie bringt mich jedes Mal für einen kurzen Moment aus dem Takt.


Denn ich bin Astrologin.

Natürlich mache ich Horoskope. 😄

Das ist ungefähr so, als würde man einen Bäcker fragen: „Machen Sie eigentlich auch Brötchen?“


Aber inzwischen weiß ich, dass hinter dieser Frage etwas ganz anderes steckt.

Denn außerhalb der astrologischen Welt ist offenbar gar nicht so selbstverständlich, was ein Horoskop eigentlich ist.

Und da wird es interessant.


Ein Horoskop ist nicht der kleine Text neben deinem Sternzeichen

Wenn du bei „Horoskop“ zuerst an die zwölf Tierkreiszeichen in einer Zeitschrift denkst, bist du in bester Gesellschaft.


  • Widder: Diese Woche erwartet Sie eine Überraschung.
  • Stier: Achten Sie auf Ihre Finanzen.
  • Zwillinge: Ein interessantes Gespräch könnte alles verändern.


Das kennen wir.

Aber das ist nicht das Horoskop, mit dem ich als Astrologin arbeite.


Ein astrologisches Horoskop ist zunächst einmal erstaunlich nüchtern:

Es ist eine grafische Darstellung der Planetenstände für einen bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort.

Mehr erst einmal nicht.


Wenn du geboren wirst, können wir berechnen, wo Sonne, Mond und Planeten in genau diesem Moment standen. Welches Tierkreiszeichen ging am östlichen Horizont auf? Welcher Planet stand oben am Himmel? In welchen Häusern befanden sich die Planeten? Welche Winkel bildeten sie zueinander?

Aus diesen ganzen Informationen entsteht eine Zeichnung: Dein Horoskop.


Und ja: Auf den ersten Blick sieht es für einen ungeübten Betrachter ein bisschen so aus, als hätte jemand einen Kreis genommen und anschließend sehr viele geheimnisvolle Zeichen hineingeworfen. 😉


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Dein Horoskop ist ein Bild des Himmels zu deiner Geburt

Ich habe früher gern gesagt: Dein Horoskop ist so etwas wie dein energetisches Passfoto.

Den Gedanken mag ich immer noch.


Ein Passfoto zeigt dich äußerlich zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Dein Geburtshoroskop zeigt den Himmel zu dem Zeitpunkt und an dem Ort, an dem du geboren wurdest.

Und dieses Bild verändert sich nicht mehr.


Natürlich verändert sich dein Leben. Du wirst älter, machst Erfahrungen, entwickelst dich, triffst Entscheidungen, scheiterst irgendwo, fängst neu an und lernst hoffentlich eine ganze Menge dazu.

Aber dein Geburtshoroskop bleibt die Grundlage, mir der wir dein ganzes Leben arbeiten können.


Aber was macht eine Astrologin nun damit?

Jetzt kommen wir zu dem Teil, den die meisten Menschen eigentlich meinen, wenn sie mich fragen:

„Machen Sie auch Horoskope?“


Ja.

Aber ich erstelle nicht einfach nur diese Zeichnung und drücke sie dir anschließend in die Hand.

Was solltest du damit anfangen? Interessant wird das Horoskop durch die Deutung.


  • Wir schauen beispielsweise auf deine Art zu denken und Entscheidungen zu treffen.
  • Auf deine Bedürfnisse.
  • Deine Fähigkeiten.
  • Auf Widersprüche in deiner Persönlichkeit, mit der du immer wieder ringst.
  • Auf Lebensbereiche, in denen es immer wieder knirscht.
  • Warum brauchst du einerseits unbedingt Freiheit und sehnst dich andererseits nach Sicherheit?
  • Warum fällt dir etwas leicht, woran andere jahrelang arbeiten?
  • Warum landest du immer wieder in ähnlichen Situationen?
  • Warum funktioniert ein Lebensbereich wunderbar – und ein anderer macht dir regelmäßig das Leben schwer?


Ein Horoskop sagt nicht einfach: „So bist du.“

Es zeigt viel eher ein ziemlich komplexes Zusammenspiel.

Und genau dieses Zusammenspiel macht einen Menschen interessant.


Und dann gibt es nicht nur das Geburtshoroskop

Hier steckt übrigens noch ein Missverständnis im Wort „Horoskop“.


Denn ein Horoskop muss überhaupt nicht zwingend ein Geburtshoroskop sein.

Wir können astrologische Horoskope für ganz unterschiedliche Zeitpunkte erstellen.


Für eine Geburt natürlich. Aber beispielsweise auch für den Beginn eines Unternehmens,  eine Hochzeit oder einen anderen bedeutsamen Zeitpunkt. Denn das Wort Horoskop bezeichnet zunächst einmal diese Momentaufnahme des Himmels: Wie standen die Planeten zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort?


Erst danach kommt die Frage: Was wollen wir daraus erfahren?


Kann mein Horoskop meine Zukunft vorhersagen?

Jetzt wird es spannend. Denn es kollidiert hier etwas.


Dein Geburtshoroskop steht fest.

Deine Zukunft nicht.


Natürlich arbeitet Astrologie auch mit Prognosemethoden. Wir können sehen, wann bestimmte Themen stärker aktiviert werden. Wir können Entwicklungsphasen erkennen und Zeiten, in denen Entscheidungen, Veränderungen oder Herausforderungen anstehen. Damit wird beispielsweise eine zeitlich sinnvolle Planung von Projekten besser möglich. Oder wir erkennen, dass unsere Wünsche drücken, aber der Zeitpunkt nicht der beste wäre, wenn wir die Wunscherfüllung JETZT erzwingen. Oft tut Warten gut, satt etwas zu forcieren.


Die Astrologie - dein Horoskop - kann also nicht sagen: Am 17. Mai um 14:32 Uhr passiert dir dieses oder jenes.


Wenn eine bestimmte Zeitqualität ansteht, hast du immer noch verschiedene Möglichkeiten, mit ihr umzugehen.

Und genau da wird Astrologie im Leben  besonders wertvoll.


Sie soll dich nicht zum Opfer eines vorherbestimmten Schicksals machen.

Sie soll dir helfen, bewusster mit deinem eigenen Leben umzugehen.


Also: "Machen Sie auch Horoskope?"

Ja. 😄


Nach all den Jahren kann ich diese Frage inzwischen ganz eindeutig beantworten: Ja, ich mache Horoskope.

Ich erstelle und berechne sie in Unterstützung eines Astrologie-Profi-Computerprogrammes. Das ist die technische Erleichterung unserer Zeit. Und vor allem: Ich deute sie.


Aber ich schreibe dir nicht auf ein Blatt Papier, dass du als Löwe diese Woche auf einen geheimnisvollen Fremden treffen wirst und der Steinbock beim Geldausgeben vorsichtig sein sollte.


Mich interessiert dein persönliches Horoskop. Mit deinem Geburtsdatum. Deiner genauen Geburtszeit. Deinem Geburtsort.

Und vor allem mit dem Menschen, der zu diesem Horoskop gehört. denn dieser ist absolut EINMALIG. Es gibt dich auf dem ganzen Planenten nur ein einziges mal.


Und ohne diesen Menschen wäre es am Ende tatsächlich nur ein Kreis voller Planetenstände.


von Andrea Moutty 1. September 2026
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